Das Honigurteil des EuGH und seine Folgen
ParagraphVersuch eines Überblicks über Hintergrund und Inhalt des Urteils vom September 2011 über Honig mit GVO-Pollen, die voraussichtlichen Folgen und die aktuelle Diskussion zu diesem komplexen Thema. Auch die französischen Imker kommen hier zu Wort... (weiterlesen)
Wichtig: Nicht für Babys
Zu den zahlreichen Inhaltsstoffen des Honigs gehört auch ein Toxin, das ihn für Kinder unter 1 Jahr unverträglich macht. Bitte also darauf achten, Babykost nicht mit Honig zu süßen!
Für Kinder über einem Jahr und Erwachsene ist dieses Toxin unschädlich.
Aufbewahrung
Bewahren Sie Ihren Honigvorrat am besten an einem kühlen, dunklen Ort mit geringer Luftfeuchtigkeit auf. Eine Lagertemperatur von 10 - 15 °C ist ideal. Zu viel Licht, Wärme und Sauerstoff schädigen die Inhaltsstoffe.
Kristallisation
Die meisten Honigsorten (außer Akazienhonig) kristallisieren innerhalb einiger Monate nach Abfüllung mehr oder weniger schnell aus. Der Honig wird dadurch cremig-fest, lässt sich aber in der Regel noch sehr gut auf Brot etc. verstreichen.

Wenn Sie ihn flüssiger wünschen oder benötigen, können Sie ihn durch vorsichtiges Erwärmen des Glases im Wasserbad wieder kurzzeitig flüssig machen.
Jedoch sollte Honig nicht zu stark erhitzt werden: ab 35 °C leiden die Aromastoffe, ab 40 °C werden wertvolle Enzyme zerstört.

Warum Honig so gesund ist.

Loeffel HonigHonig enthält mehr als 180 natürliche Stoffe. Wir
beschränken uns hier auf eine kurze Aufzählung.

Die Hauptbestandteile von Honig sind Kohlehydrate bzw. Zuckerverbindungen (80 – 85%) und Wasser (15 – 19%).

Beim Zucker handelt es sich dabei hauptsächlich um Einfachzucker; diese wiederum setzen sich zusammen aus einem Anteil Fruchtzucker (Fructose, ca. 34 - 41%) und einem Anteil Traubenzucker (Glucose, ca. 28 - 35%). Darüber hinaus enthält Honig noch ca. 10% Mehrfachzucker. Diese verschiedenen Zuckerarten gelangen übrigens im Körper mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ins Blut und sorgen damit für eine gleichmäßige Energiebereitstellung (mehr dazu bei Renate Frank, Honig).

Honig essender JungeDaneben enthält Honig die verschiedensten Mineralstoffe, Aromastoffe, Vitamine, Pollen und mehr. Insgesamt wurden über 180 natürliche Stoffe im Honig nachgewiesen. So enthält er die wichtigen Aminosäuren – und zwar alle 20 – die der menschliche Körper zur Herstellung von Eiweiß benötigt. Er liefert eine Reihe von Mineralstoffen, und zwar in einer Kombination, die ihre Aufnahme begünstigt. Kalium ist in Honig am stärksten vertreten, besonders in dunklen Sorten. Auch wenn Honig als vitaminarmes Lebensmittel bekannt ist, so enthält er doch ebenso viele Vitamin B-Arten wie beispielsweise ein Apfel und genügend Vitamin C zur Unterstützung der Eisenaufnahme.

Diese Stoffe stammen direkt oder indirekt von den Pflanzen. Hinzu kommen nun noch die Stoffe, die bei der Verarbeitung dieser pflanzlichen Rohstoffe durch die Bienen entstehen. Dabei kommen Enzyme oder Fermente zum Einsatz, die eine Art schwach saures Milieu im Honig entstehen lassen. Darauf beruht unter anderem die keimtötende Wirkung von Honig und seine lange Haltbarkeit. Die unterschiedliche Zusammensetzung dieser Säuren beeinflusst gleichzeitig den Geschmack, ebenso wie die ungefähr 120 enthaltenen, Appetit anregenden Aromastoffe.

Wer mehr darüber lesen will, dem empfehlen wir die Bücher von Renate Frank oder Detlev Mix (siehe Honigliteratur).

 

Französische Honigverordnung
In Frankreich, dem Land der guten Küche, wird schon sehr lange auf die Qualität der regionalen Lebensmittel geachtet: Seit 1905 gibt es ein Gesetz, das die Verfälschung von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten untersagt. Die Überwachung erfolgt durch ein eigenes Amt ("La Répression des Fraudes").

1976, unter Premierminister Jacques Chirac und Gesundheitsministerin Simone Veil, wurde aus diesem Gesetz ein Dekret speziell für den Honig abgeleitet, in dem strenge Qualitätskriterien, Definitionen und Etikettierungsvorschriften festgelegt waren.

In der neuen Honigverordnung von 2003 wurden in Frankreich einheitliche europäische Richtlinien umgesetzt. (Für Interessierte: Die Richtlinie der Europäischen Union vom 20. Dezember 2001 über Honig finden Sie unter diesem Link.)